Alles fließt, wenn der Leber-Meridian seine Aufgabe auf allen Ebenen erfüllen kann.

Dann steht dem Wachstum, den großen Träumen und der Entfaltung nichts mehr im Wege. Freie Fahrt voraus, heißt es dann. In der TCM wird die Leber auch als Herrscherin über des Qi und Haus der Seele bezeichnet. Sie nimmt in der Welt der Meridiane eine große Rolle ein: Sie kontrolliert die Augen, die Sehnen, die Muskeln und beherbergt das Blut.
Ist die Leber stark, zeigt sich das unter anderem in einem scharfen Sehvermögen, funkelnden Augen sowie generell an dem Bedürfnis, sich zu bewegen.

Das große Potenzial des Leber-Meridians

Die Leber reguliert den ungehinderten Qi-Fluss im ganzen Körper. Ist das Leber-Qi in Bewegung, fühlst du dich wohl und beschwingt. Du hast Pläne, Ideen und kannst diese auch umsetzen – alles fließt. Die Leber steht für den Freigeist, die Kreativität und Spontanität. Gelingt es dir, für dich im Innen, wie im Außen diesen Freiraum zu schaffen, kannst du mit Hilfe einer starken Leber-Energie dein ganzes Potenzial und deine Schöpferkraft leben.

Wachstum und Entfaltung – die Aspekte des Frühlings

Jedes Jahr, wenn es draußen wärmer wird, spüren auch wir die Energie des Frühlings, jener Jahreszeit, die dem Element Holz zugeordnet wird, in uns. Das Holz steht auch für Wachstum, die Kindheit, Visionen, die Farbe Grün… Im Frühling scheint sich die Natur alljährlich, wie durch ein Wunder, wieder neu zu erfinden und erfüllt uns mit ihren Farben mit Freude und Tatendrang. Die Holz Energie ist eine geradezu explosive Kraft, die zum Beispiel einem kleinen Samen dazu verhilft, durch die Ritze einer Asphaltdecke zu bohren.
Auch in uns lebt diese Kraft, wenn wir im Frühling zum Beispiel beginnen, im Garten zu arbeiten, wieder deutlich mehr Lust auf Bewegung haben und Pläne schmieden. Jetzt ist die beste Zeit für neue Projekte und das Umsetzen von Ideen. Samen, die im Winter in uns geruht haben, dürfen jetzt an die Oberfläche kommen und sich zeigen.

Die seelischen Aspekte des Leber-Meridians: Zorn und Frust

Der Zorn, die Emotion des Elementes Holz, dem der Leber-Meridian zugeordnet wird, besitzt große Kraft und kann viel bewirken. Geht es um Gerechtigkeit und Abgrenzung kann er gute Dienst leisten. Ein „Nein, das will ich nicht“, das klar und „frei von der Leber“ ausgesprochen wird, lässt dem Gegenüber keine andere Wahl, als es zu akzeptieren. Doch soll der Zorn, wie alle anderen Emotionen, nicht im Übermaß zum Ausdruck kommen, denn die Hitze des Zorns verbraucht auf die Dauer sehr viel Energie/Yang. Das wiederum schwächt das Blut. Wie immer in der TCM: Auch ein zu wenig ist nicht gesund. Finden Zorn und Ärger zu wenig Ausdruck, kommt es zur Stagnation im Innen. Frust entsteht, der auf die Dauer auch krank machen kann.
Emotionen sind in der TCM die Eltern der Gesundheit. Ihnen wird große Bedeutung zuerkannt. Leben wir alle Gefühle angemessen, kann das Blut frei fließen und wir bleiben gesund.

Das Holz-Element im weiblichen Zyklus

Die Leber, das Organ des Holzes, speichert und bewegt das Blut. „Das Blut ist die Wurzel der Frau“, so spricht die TCM. Ist ausreichend Blut vorhanden und kann es frei fließen, kann der weibliche Zyklus als natürliche Welle und die weiblichen Organe als Heimat der weiblichen Kraft erlebt werden.
Kann das Blut nicht frei fließen, weil vielleicht Emotionen unterdrückt werden, stockt es. Bei Frauen drückt sich ein Ungleichgewicht dann oft in Zusammenhang mit der Menstruation aus. PMS und Schmerzen sind Zeichen einer Blut-Stagnation. Die gute Nachricht: Sorgt Frau dafür, dass die Emotionen und somit das Blut wieder frei fließen können, lösen sich auch, vielleicht jahrelang bestehende, Beschwerden in Wohlgefallen auf.

Tipp aus der Welt der Meridiane: Akupressurpunkt LEBER 3 – Zum runter Kommen

 

Der Punkt Leber 3 bringt die Energie nach unten und beruhigt den Geist.
Er wirkt bei Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Auch bei allen Menstruationsstörungen und klimakterischen Beschwerden ist er eine tolle Unterstützung.

Der Punkt Leber 3 befindet sich auf deinem Fußrücken
in einer Vertiefung zwischen 2 Mittelfußknochen.

Halte, drücke oder massiere diesen Punkt so lange und intensiv,
Genau so, wie es sich für dich gut anfühlt.

Entschlacken im Frühling

Der Frühling ist der beste Zeitpunkt, um all die Schlacken, die sich im Winter angesammelt haben, loszuwerden. Tees aus Brennessel, Löwenzahnwurzel oder Tausendguldenkraut haben eine reinigende Wirkung, sollten aber nicht länger, als 3 Wochen lang getrunken werden. Bittere Salate, Löwenzahn, Radieschen und Artschocken aber auch Zitronen und Grapefruit regen die Leber an und wirken dadurch entgiftend. Achtung: Wenn du zu Kälte neigst, nimm nur in Maßen davon zu dir oder mische sie mit wärmenden Nahrungsmitteln. Begleitend solltest du auch auf Kaffee, Alkohol und Zucker weitestgehend verzichten. Das entlastet die Leber enorm.

Der Leberwickel – die Kur für das Entgiftungsorgan Nummer 1

Leberwickel entspannen das Organ Leber, helfen beim Entgiften und fördern die Durchblutung. Führst du den Leberwickel 1 bis 3 Wochen täglich aus, unterstützt du die Zirkulation der Energie im Körper und den gesamten Stoffwechsel. Das wirkt sich positiv bei chronischen Kopfschmerzen und Augenproblemen aus. Auch bei Frühjahrsmüdigkeit und Antriebslosigkeit ist der Leberwickel äußerst hilfreich.

So wird es gemacht:

 

Du benötigst ein kleines Handtuch oder einen Waschlappen, eine Wärmeflasche und ca 30 Minuten Zeit für dich.

Bereite eine Wärmeflasche vor. Tauche das kleine Handtuch in heißes Wasser (Achtung! Nicht zu heiß) und wringe es möglichst gut aus. Lege das feuchte Tuch auf deinen Rippenbogen im rechten Oberbauch. Darüber lege die Wärmeflasche und wenn du möchtest auch ein trockenes Handtuch. Nun ist Zeit für Entspannung. Auch das schätzt das Organ Leber sehr.
Die beste Zeit für einen Leberwickel ist zwischen 13 und 15 Uhr – denn dann ruht laut Meridianuhr der TCM auch die Leber.

Der mentale und körperliche Frühjahrsputz:

Du wünschst dir mehr Schwung und Elan in deinem Leben? Dann überlege dir, was deine Gedanken beflügelt, deine Zellen in Schwung bringt? Tanzen, malen, spontan etwas unternehmen, Luftschlösser bauen, vielleicht auch ein wenig Ungehorsam…. All das bringt das Leber-Qi in Schwung. Ja, die Leber möchte bewegt werden. So tun ihr auch wandern, laufen und Atemübungen gut. Überlege dir jedoch auch: Was lässt mich innerlich wachsen? Was bewegt mich? Was macht mich groß? Die Außeinandersetzung mit diesen Fragen, ganz besonders jetzt im Frühling, ist eine spannende Reise ins Ich mit einem großem Potenzial für mehr Lebenslust und Vitalität.